Challenge Roth 2013

Hallo,
am Wochenende ist es soweit. Die Challenge Roth steht vor der Tür. Eines der legendersten Rennen im Triathlonzirkus. 2011 haben sowohl Andreas Raelert als auch Chrissi Wellington die Weltbestzeit für die Langdistanz hier erreicht. Aber das eigentlich geniale an Roth muss die Stimmung rund um das Rennen sein. Der ganze Landkreis lebt an diesem einen Wochenende angeblich nur für den Triathlon. Ob das wirklich so ist, erzähl ich euch dann Anfang nächster Woche :-P
Am Sonntag starte ich als Teil einer Staffel. Unser Schwimmer ist Tobias und unser Radfahrer Helmut. Die zwei waren die letzten, ich glaube, zwei Jahre, auch schon als Team am Start. Letztes Jahr sogar mit dem 10. Platz. Dieses Jahr ist ihnen ihr Marathonläufer ausgefallen und so bin ich ins Spiel gekommen.
Die 3:03 die ihr Läufer letztes Jahr gelaufen ist, wird ich bestimmt nicht laufen können, aber ich geb mein bestes. Leider war meine Vorbereitung auf den Marathon nicht so besonders. Die letzten zwei Wochen konnte ich aufgrund einer Verletzung bzw. in der zweiten Woche eine Grippe nicht trainieren. Die Nase ist immer noch zu und der Puls beim trainieren stark erhöht, aber es wird schon klappen.
Falls ihr Lust habt unsere Staffel in Roth zu verfolgen, könnt ihr das hier machen. Unser Team heißt Magic 3 und wir haben die Startnummer 4198.
Morgen geht´s erst mal gemütlich nach Roth wo ich mich mit den anderen beiden treffen und mir anschließend die Wettkampfbesprechung anhöre. Merle fährt in der Zeit weiter nach Nürnberg zu Bine, wo wir auch von Samstag auf Sonntag übernachten dürfen. Vielen Dank, Bine!
Das wird bestimmt ein tolles Wochenende auf das wir uns beide schon riesig freuen.
Tschüß
André

Ironman Frankfurt 2013

Hallo,
ihre habt es bestimmt alle mitbekommen, gestern war der Ironman Frankfurt 2013. Das Rennen war ganz großes Kino.
Das beste Starterfeld was je in Frankfurt an der Startlinie stand, unter anderen mit dem aktuellen Weltmeister Pete Jacobs, dem Europameister Marino Vanhoenacker, den 70.3 Weltmeistern Sebastian Kienle und Michael Raelert und jeder Menge andere Top-Stars.
Bei schönsten Wetter ging das Rennen wie erwartet los, eine große Spitzengruppe nach dem Schwimmen, nur Sebi war etwas hinterher. Auf dem Rad hat Marino ziemlich Druck gemacht und hat sich ein ordentliches Polster für den Marathon rausgefahren. Dann ab der T2 ging das Rennen richtig los. Um es kurz zu machen, Marino Vanhoenacker ist genauso wie Pete Jacobs auf der Laufstrecke geplatzt. Aber sie haben, und das find ich selbst echt super, beide das Rennen zu Ende gebracht, auch wenn beide zwischenzeitlich gewandert sind. Gut, Pete Jacobs brauchte nur das Finish um sich für Hawaii zu qualifizieren, aber für Marino gab es außer dem Finish an sich keine guten Grund das Rennen zu beenden. Und das er es trotzdem gemacht hat verdient größten Respekt.
Aber natürlich dürfen wir auch die Sieger nicht vergessen. Der neue Ironman Europameister mit einer Zeit von 07:59:58 heißt Eneko Llanos, der Spanier hatte dieses Jahr bisher sehr gute Ergebnisse abgeliefert und er stand mit auf der Liste der möglichen Sieger, als Zweiter lief mit einer Zeit von 8:07:19 Jan Raphael ins Ziel, sehr sympathischer Athlet der es voll und ganz verdient hat. Auf dem dritten Platz dann das Wunder von Frankfurt, der letztjährige Altersklassenathlet Bas Diederen, in diesem Jahr startete er erstmals als Profi und hat sich mit einer superintelligenten Renneinteilung Platz 3 in einer Zeit von 8:12:07 gesichert.
Insgesamt ein wirklich tolles, aufregendes Rennen. Das Rennen sollte als Grund genügen, nächstes Jahr an die Strecke zu kommen und sich das Spektakel an der Strecke mitanzusehen.

Merle und ich ließen es uns natürlich nicht nehmen, wieder vor Ort dabei zu sein. Und um dem ganzen das Sahnehäupchen aufzusetzen durften wir das Rennen dank HR3 als VIP´s genießen. Die Karten dafür hatte ich letzten Mittwoch im Radio gewonnen. Los ging´s für uns um 4 Uhr morgens, Abfahrt nach Frankfurt. Um fünf Uhr wurden wir dann vom Römerberg mit dem Bus zum Langener Waldsee gefahren um erst mal lecker zu frühstücken und uns anschließend den Start von der Tribüne aus anzusehen. Es war schon ein komisches Gefühl am See zu stehen und dann nicht zu starten, aber ohne zu viel zu verraten, nächstes Jahr werde ich am Langener Waldsee auch wieder schwarz tragen.
Danach wurden wir mit dem Bus nach Hochstadt zu “The Hell” gefahren, um die Profis auf der zweiten Runde zu sehen. Weiter ging es anschließen zum Mainkai um den Wechsel auf die Laufstrecke zu sehen. Danach gab es erst mal lecker Essen im Ratskeller des Römers um anschließend die Athleten auf der Laufstrecke anzufeuern und später den Zieleinlauf auf dem Römer zu genießen. Wirklich ein tolles Programm und das beste war, man musste sich keine Gedanken machen, wo stell ich mein Auto hin, wie komm ich von da nach da etc.
Ursprünglich hatten wir geplant, bis 22 Uhr in FFM zu bleiben, aber da wir beide leicht angeschlagen waren, krankheitsbedingt, sind wir dann doch gegen 17 Uhr zurück gefahren und haben uns die Finishlineparty im Internet angeguckt.
Nächstes Wochenende geht´s nach Roth, diesmal auch etwas aktiver, ich werde als Teil einer Staffel den Marathon laufen, aber dazu im nächsten Eintrag mehr.
Euer
André

…was alles geschah!

Lang, lang ist es her seit meinem letzten Blogeintrag.
Aber mein diesjähriges Projekt wollte ich auch auf diesem Weg mit euch teilen.
Vielleicht habt ihr ja wieder Lust, mich auf diesem Weg zu begleiten.
Aber mehr zu dem neuen Projekt im nächsten Blogeintrag.

Doch jetzt erst mal alles was zwischen dem Ironman Frankfurt und heute passiert ist.

Bis auf den Frankfurt Marathon standen keine großen Projekte an. Das Ziel für´s Ende des letzten Jahres war es, den FFM Marathon Sub 3:30 zu laufen. Ich war nah dran, hab´s aber leider um 31!!! Sekunden verpasst. Naja, halb so wild, die Gelegenheit kommt bestimmt wieder.
Ansonsten ein paar kleine Volksläufe und meinen ersten Gesamtsieg, aber nur auf der 5 km Strecke beim Keltenlauf in Glauberg, wo ehrlicherweise die starke Konkurrenz gefehlt hat.
Dann gab es noch auf Rügen einen kleinen, aber feinen Wettkampf. Das Vilmschwimmen, 2,5 km von der Insel Vilm in den Hafen von Lauterbach. Ein echt schöner Wettkampf, und garantiert nicht das letzte Open Water Schwimmen. Ich kann euch nur empfehlen, es auch mal auszuprobieren.
Falls euch die genauen Ergebnisse interessieren findet ihr sie hier.

Ihr seid wieder herzlich eingeladen meinem Blog zu folgen und lasst doch ab und zu mal einen netten Kommentar da.

Euer
André

Zeitungsartikel in der Gießener Allgemeinen vom 13.07

21.10.2012 – Nachdem die Gießener Allgemeine leider nach drei Monaten noch nicht auf meine Anfrage, ob ich den Artikel in meinem Blog einstellen darf, reagiert hat, bin ich mal so frech und schalte den Blogeintrag einfach frei, in der Hoffnung daß ich nicht verklagt werde ^#(^

Die Bildunterschrift ist natürlich nicht ganz richtig. Ich war zwar 327, aber nicht in der Gesamtwertung sondern in der Altersklassenwertung. Dort waren nicht wie angegeben 2500 am Start sondern nur 386.

Blutzucker während des Ironman

Für alle die es interessiert schreib ich hier nochmal einen gesonderten Blogeintrag über meinen Diabetes während des Rennens.

Los ging es mit, wie sollte es anders sein, dem Frühstück. Mein übliches Frühstück vor dem Rennen besteht aus zwei hellen Brötchen mit Honig. Die Brötchen liefern schnell Energie und sind rechtzeitig zum Start (ca. 3 Stunden) verdaut. Insgesamt besteht das Frühstück aus ca. 4 BE. Leider hatte ich vergessen, daß mein BE-Faktor um 4.30 von 1 IE/BE auf 1,8 IE/BE steigt. In den Vorbereitungswettkämpfen hatte ich immer mit dem Faktor 1,8 das Frühstück abgedeckt.
Aber mir war das Risiko während dem Schwimmen zu Unterzuckern doch zu groß, also hab ich das Essen mit dem Faktor 1 abgedeckt mit dem Wissen, daß der Blutzucker vor dem Start etwas höher sein kann.

Gegen 6 Uhr hab ich den, wie erwartet, hohen Wert mit 0,8 IE korrigiert. Der letzte Blick auf mein CGM vor dem Verlassen der Wechselzone veriet mit einen konstanten BZ von ca. 280 mg/dl. Der Peak war also erreicht. Jetzt sollte der Wert runter gehen. Die Pumpe lief ab 5:30 Uhr mit einer Basalrate von 50 %. Um 6:45 Uhr mußte ich dann meine Pumpe ablegen. Mit dem Wissen eines fallenden Blutzuckers hab ich mir vor dem Start noch 4,5 BE in Form von Gels genehmigt.
Die Entscheidungen erwiesen sich als richtig. Nach dem Schwimmen zeigte mir mein CGM einen Wert von ca. 150 mg/dl an. Optimal um aufs Rad zu steigen.
Die mittlerweile wieder angelegt Pumpe ließ ich auf 50 % weiter laufen.

Auf dem Rad fing ich an, mich wie geplant zu verpflegen. Eine Radflasche (700 ml) Iso und ca. 1,5 Gels pro Stunde. Mein Wert stieg langsam weiter an. Dies führte ich auf das Ablegen der Pumpe während des Schwimmens und die hohe BE-Einnahme auf dem Rad zurück. Also hab ich einen Korrekturbolus von 0,4 IE abgegeben und die Basalrate auf 70 % erhöht.
Insgesamt bestand die Radverpflegung hauptsächlich aus Gels und Isogetränk, sowie zwei halben Riegeln und zwei halben Bananen. Ca. 1,5 Stunden vor dem Wechsel hab ich mir von außen noch ein Snickers reichen lassen, da mir bei leerem Magen beim Laufen sofort schlecht wird. Auf der Radstrecke hab ich mir insgesamt ca. 35 BE zugeführt.
Nach ca. 3,5 Stunden auf dem Rad kam ein stärker Blutzuckerabfall auf 150 mg/dl. Bis zum Radende fiel er leicht weiter auf knapp über 100 mg/dl.
Daraufhin habe ich kurz vor dem Laufen die Basalrate auf 1 % abgesenkt, da ich wußte, daß mein Blutzucker beim Wechsel vom Rad zum Laufen immer stark abfällt. Diesen Abfall wollte ich mit 4,5 BE in Form von Gel sofort entgegenwirken.
Beim Laufen ging der BZ trotz den zugeführten BE und dem reduzierten Basalinsulin sofort auf 70 runter. Nach mehreren erfolglosen Versuchen den BZ mittels Jubin etc. wieder zu erhöhen fand ich auf der zweiten Laufrunde endlich die passende Mischung um den BZ auf ein vernünftiges Maß anzuheben.
Ab jetzt gab es an jeder zweiten Verpflegungsstelle, ca. alle 18 Minuten ein Becher Cola mit einem Becher Iso. Bis zum Ende des Ironman blieb mein Blutzucker auch konstant bei Werten zwischen 80 und 180. Insgesamt kamen auf der Laufstrecke ca. 26 BE zusammen.

Nach dem Wettkampf stellte ich die Basalrate wieder auf 100 % hoch um den anschließenden BZ-Anstieg zu vermeiden. Dies funktionierte leider nicht ganz, so daß mein BZ bis auf 24 Uhr auf knapp 350 mg/dl anstieg. Anschließend setze der Muskelaufülleffekt ein und der Blutzucker sank ohne Bolusabgabe in der nacht von 350 auf 40 um 7 Uhr morgens.

Alles in allem kann ich sagen, daß ich den Ironman ohne größere Probleme überstanden habe. Weder ein extremer Anstieg nach dem Schwimmen, noch sehr tiefe Werte beim Laufen sind bei mir aufgetreten. Dies wurde häufig von anderen Diabetikern berichtet. Die Ernährung war auch, denke ich, ganz gut dosiert und verteilt. Nächstes Mal würde ich mit der selben Einstellung wieder in ein Rennen gehen.

Dieses Jahr waren in Frankfurt übrigens laut Veranstalter 24 Diabetiker am Start. Die letzten Jahre waren es glaube ich immer zwischen 5 und 10. Keine Ahnung warum es dieses Jahr so viel waren.
Während dem Wettkampf hab ich mich gut aufgehoben gefühlt. Es gab gesonderte Badekappen während des Schwimmens und ein zusätzliches Armband mit einem “Diabetiker”-Aufdruck. Des Weiteren konnten Diabetiker während des gesamten Rennens überall Verpflegung aufnehmen. Anderen Teilnehmern war dies nur an bestimmten Stellen gestattet.

Also liebe Diabetiker, Diabetes ist kein Grund nicht bei einem Ironman zu starten. Dank Freestyle Navigator, meiner Pumpe und viel gesammelter Erfahrung im Vorfeld wurde es zu einem tollen Erlebnis.

I´m an Ironman

Es ist geschafft. Am Sonntagabend um 20:02 Uhr war es soweit, der Zieleinlauf auf dem Römerberg war mein. Aber mal von Anfang an:

Am Samstagmittag gegen 14 Uhr ging es daheim los in Richtung Waldsee. Dort begann um 14:30 Uhr der Check-In für meinen Startnummernbereich. Das stressigste am Check-In war die Parkplatzsuche. Echt lustig, ein Haufen Parkplatzeinweiser, welche die ganze Zeit fast nur geschrien haben. Jeder wollte, dass man in irgendeine andere Richtung fährt. Geparkt haben wir letztendlich in einem Kieshaufen in den uns zwei Parkplatzeinweiser eingewiesen haben.

Der Check-In lief völlig problemlos. Startnummer vorzeigen, Beutel abgeben, Helm und Fahrrad prüfen lassen und schon war man drin. Ich hab das Rad einfach an seinen Platz gestellt, den Wechselbeutel in den Waschkorb daneben gelegt, eine Regenfolie übers Rad gezogen und fertig. Eigentlich sollte ich mich noch ein bisschen einschwimmen, Radfahren und Laufen hatte ich heute Morgen schon hinter mich gebracht, aber allein die Lust fehlte. Also hab ich die letzte Schwimmeinheit, zur Merle´s Freude, sausen lassen.

Jetzt stand nur noch Regeneration und Carboloading an. Dafür ging es zu Björn und Michaela nach Walldorf, fünf Kilometer vom Schwimmstart entfernt. Geplant war gegen 20 Uhr ins Bett zu geh, dass das nix wird war ja klar. Eingeschlafen bin ich dann gegen 24 Uhr, aber natürlich mit mehreren Unterbrechungen.

Um 4 Uhr war die Nacht vorbei. Der große Tag war endlich da. Drei Stunden noch Zeit bis zum Startschuss. Ein Insulinbolus für das Frühstück (zwei Honigbrötchen) abgegeben und noch eine zweite Insulinkanüle für den Notfall gelegt und schon ging es mit Merle ab in Richtung Waldsee.
Geparkt haben wir wieder bei den Sehringwerken und sind dann gemütlich den einen Kilometer in der Morgendämmung bis in die Wechselzone gelaufen. Es war eine ganz besondere Atmosphäre in der Wechselzone. Die Sonne ging gerade auf und jeder hat die letzten Vorbereitungen am Rad getroffen, Reifen aufgepumpt, Nahrung angebracht etc. Ich selbst hatte mir außer den Radflaschen keine Nahrung am Rad montiert. Meine Planung war, dass ich ein Radtrikot anziehe, in dem ich ca. 8 PowerBar Gels und zwei Riegel mitnehme, Getränke wollte ich an den Verpflegungsstellen aufnehmen.
Die letzte offene Frage war, kurz- oder langärmliges Radtrikot. Es war für die ersten Stunden leichter Regen angesagt, aber ab 10 Uhr sollte die Sonne rauskommen und es sollte bis 26 Grad warm werden. Mit den Aussichten entschied ich mich fürs kurzärmlige Trikot.
Dann war es auch schon soweit, noch mal kurz aufs Klo und um 6:15 Uhr mussten wir raus aus der Wechselzone.

Draußen hab ich mich erst mal auf die Suche nach Merle gemacht. Sie war nicht schwer zu finden, da sie ein oranges Radfähnchen mit gelben Luftballons am Rucksack stecken hatte. Eigentlich hatte ich erwartet, Manni, Björn und Torsten bei Merle zu sehen, aber bisher hatte sich nur Manni gemeldet und der war am falschen Waldsee ;) Also standen wir nahe dem Wassereinstieg und haben uns das Vorstartgetümmel der ersten Startgruppe angesehen. Ich war natürlich hauptsächlich auf der Suche nach dem Platz, von wo ich später starten wollte. Das Ziel war, relativ weit außen und hinten zu starten um nicht gleich überschwommen zu werden. Geplant war eine Schwimmzeit von max. 1:30 Std.
Als dann der Startschuss der ersten Startgruppe fiel war ich sofort voll dabei. Jetzt wollte ich nur noch starten. Also ab in den Neo, zwei PowerBar Gels einwerfen und los ging es. Mittlerweile hatte auch TD den Weg zu uns gefunden, bestimmt dank der gelben Ballons ;)
Also, wieder in den Zugang für die Athleten, die Insulinpumpe an der Brillenaufbewahrung abgegeben und weiter Richtung See. Auf dem Weg den Strand hinunter stand dann auch noch Björn an der Absperrung.
Im Wasser bin ich dann ziemlich weit nach außen geschwommen und hab auf den Startschuss gewartet. Vor dem Start ging es mehr ab als während dem Rennen, ständig hab ich Tritte oder Schläge einstecken müssen, als andere Athleten vorbeigeschwommen sind. Da hab ich mir dann doch ein bisschen sorgen gemacht, wie das erst im Rennen wird.
Dann kam über den Lautsprecher: „One minute to go! Noch eine Minute bis zum Start!“ und schon ging es los.
Ehe ich mich versah war ich schon an der ersten Boje, das gesamt Schwimmen lief völlig locker und problemlos ab. Nach 1:20:28 Std. bin ich gut gelaunt und immer noch an einem Stück aus dem Wasser gestiegen.

In der Wechselzone bin ich erst mal ans Säulenurinal gegangen (doch etwas viel Waldseewasser geschluckt). Mit den anderen Athleten die auch am Urinal standen haben wir noch ne kurzes Gespräch übers Wetter und den gerade beginnenden Regen geführt und weiter ging es zum Rad. Neopren aus, Helm, Radjacke, Schuhe und Sonnenbrille an Rad geschnappt und los. Doch Moment, was schleift da, klar, ich Idiot, ich hatte wieder mal meine Startnummer vergessen anzuziehen. Also Startnummer an und raus aus der Wechselzone. Mittlerweile regnete es in Strömen. Aber das war anfangs gar nicht so schlimm, so kam ich wenigstens nicht in Versuchung zu schnell loszufahren. Geplant war in der ersten Stunde 29 km/h und anschließend wollte ich den Schnitt auf 30 km/h erhöhen. Auf dem Weg nach FFM fuhr ein anderer Triathlet an mir vorbei, den ich von den Swimnights her kannte. Nach einem kurzen Plausch wurde er mir zu schnell und ich fuhr mein geplantes Tempo weiter.

Ok, ansonsten gab es auf der Radstrecke nicht viel interessantes, außer der echt tollen Tour der France Stimmung am Heart Break Hill in der ersten Runde, Tobi, Sascha und Dirk in Friedberg und viel, viel Regen. Der Regen hörte leider auch erst zu Beginn meiner zweiten Radrunde gegen 12 Uhr auf, eigentlich sollte es nur bis ca. 10 Uhr regnen. Aber als der Regen weg war wurde es auch nicht besser, es wurde nämlich echt windig. Auf der zweiten Runde drückte mir Sascha dann, wie bestellt, ein Snickers in die Hand.
Von der Ernährung her gab es keine Probleme, pro Stunde hab ich ca. 700 ml Iso getrunken und 1,5 Gels gegessen. Von den zwei halben Riegeln die ich mal probieren wollte hat sich mir leider kurzzeitig ein bisschen der Magen umgedreht. Auf der zweiten Radrunde war die Strecke leider schon ziemlich leer. Selbst am Heart Break Hill war nix mehr los. Also, genug Rad gefahren nichts wie in die Wechselzone. Nach 6:30:57 Std. war das Rad fahren dann erledigt. Leider etwas langsamer als geplant, was ich zum Teil auch dem Wetter in die Schuhe schiebe. Aber egal, Hauptsache ankommen!

So, 2/3 des Rennens erledigt. Ein kleiner Marathon hinten drauf geht immer, hoffte ich. Also ab ins Wechselzelt, einen freien Platz gesucht (das Wechselzelt war zu diesem Zeitpunkt ziemlich voll), rein in die Laufschuhe, noch zwei PowerGels in die Hand und los ging´s.
Mein Plan war, die ersten 20 km mit einer Pace von 6 min/km zu laufen und hinten raus gucken was noch geht. Gleich nach dem Zelt stand schon der erste Teil meines Supporterteams. Das hatte Merle echt gut organisiert. An zehn Stellen auf der Strecke standen Freunde und Verwandte von mir, die mich jedes Mal super unterstützt haben, wenn ich vorbei gelaufen (später gegangen) bin. Aber wie gesagt, erst mal locker loslaufen, auf keinen Fall überpacen und vernünftig ernähren. Gleich zu Beginn gab´s noch zwei Gels, weil ich wusste, dass mein Blutzucker beim Laufen immer anfangs rapide absinkt. In der ersten Runde hatte ich dann leider doch etwas Probleme mit meiner Ernährung. Der Blutzucker ging immer weiter runter, aber die verschiedenen Gels, Zuckerlösungen und Getränke haben nicht geholfen oder mir den Magen umgedreht. In der zweiten Runde hab ich dann rausgefunden das ein halber Becher Iso mit einem halben Becher Cola gut funktioniert. Das hab ich dann auch bis zum Ende an jeder zweiten Verpflegungsstelle durchgezogen. Von den Verpflegungsstellen gab es übrigens pro Runde sieben Stück, also insgesamt 28. Natürlich durften auch die Schwämme nicht ignoriert werden, denn mittlerweile kam die Sonne raus und es wurde gehörig warm auf der Laufstrecke.
Bis km 25 lief es ganz gut. Die Beine spielten noch mit und insgesamt fühlte ich mich noch gut. Aber dann kam von einem Moment auf den anderen der Mann mit dem Hammer. Jetzt galt es möglichst lange weiter zu laufen, ohne zu gehen. In dieser Runde hab ich auch die besorgtesten Kommentare von meinen Supportern zu hören bekommen. Die haben glaub ich, alle mitgelitten.
Am östlichen Punkt der Strecke, Nahe der Gerbermühle in der dritten Runde war es dann vorbei. Ich musste einfach gehen. Was soll ich sagen, die letzten 13 km waren dann eine Mischung aus gemütlichem Joggen und Wandertag. Aber auch das ging vorbei.
In der letzten Runde warteten 2 km vor dem Ziel noch Annette und Torben auf mich, anscheinend war mein Zustand in der dritten Runde so schlimm, dass die beiden bis zum Schluss auf mich gewartet haben. Die anderen waren schon zum Zielbereich vorgegangen. Also, noch das letzte Bändchen abgeholt und dann gemütlich mit den beiden in Richtung Ziel gegangen. Was heißt gemütlich, ein Kilometer vor dem Ziel ging es los. Sturm!!!
Klatschnass, aber glücklich durfte ich dann, nach vier Runden in den Zielkanal einbiegen. Endlich war es geschafft. Die letzten zweihundert Meter genoss ich in vollen Zügen, die Banden waren gesäumt von Menschen die mir zujubelten. Gelegentlich auch das ein oder andere bekannte Gesicht dabei. Und dann war das Zieltor in Sicht. Roter Teppich, Scheinwerfer, Finishline, ich komme!!!
Nach 13:02:07 Std. war es geschafft.
I´m an Ironman!!!

Jetzt aber nicht wie ab in den Athlets Garden und meinen After Race Beutel holen. Endlich trockene Klamotten. Aber nix war´s. Alle meine Klamotten in dem Beutel waren auch total durchnässt. Also durfte ich die nächsten drei Stunden weiter in meinen nassen Klamotten rum rennen. Egal, darauf kam es auch nicht mehr an. Zum Glück haben sich Merle und Andy bereit erklärt, mein Zeug aus der Wechselzone zu holen. Das hätte ich selbst wahrscheinlich nicht mehr hinbekommen.
Am nächsten Morgen bin ich relativ früh aufgewacht und oh Wunder, kaum Muskelkater, ich konnte ganz normal Laufen und nachmittags bin ich mit dem Rad schon wieder eine kleine Runde durch Gießen gefahren. Damit hätte ich nie und nimmer gerechnet.

Insgesamt war es ein rundum gelungener Tag! :-BD

Vielen Dank nochmal an alle, die mich auf der Strecke unterstützt haben!!! Ihr wart toll!!!

Von links nach rechts: Annette, Klaus, Sascha, Andy, Hanni, Tobi, Manni, ich, Svenja, Merle, Käsi, Torsten, Melli, Björn, Michaela, Benni, Steffi, Di und Torben. Es fehlen Dirk und Petra.

Der längste Tag des Jahres!

Noch 20 Stunden, dann fällt für mich der Startschuss für den

11. Ironman European Championship

1.979 km Run
4.306 km Bike
127 km Swim

499 Stunden und 375 Trainingseinheiten liegen hinter mir.
Alles für den einen großen Tag!

Vielen Dank an Merle für die tolle Unterstützung während dem gesamten letzten Jahr. Ohne dich wäre ich nicht bis hierher gekommen!

Drückt mir die Daumen, daß es morgen abend auch für mich heißt:
You are an Ironman!

Startnummer geholt, Wettkampfbesprechung erledigt, es kann los gehen.

Langsam aber sicher fängt es an zu kribbeln.
Gestern waren Merle, mein Vater und ich in FFM. Wir haben die Startunterlagen geholt und sind noch eine Runde gelaufen.
Die Laufstrecke hat sich in den letzten Wochen noch ein bißchen geändert und ich wollte das neue Stück noch kennen lernen. Merle weiß jetzt auch bescheid, wo die guten Stellen an der Laufstrecke sind.
Bei der Wettkampfbesprechung gab´s heute ein interessantes Detail, es sind am Sonntag 24!!! Diabetiker am Start. Die letzten Jahre waren soweit ich weiß, maximal zehn am Start.
Ich werd also nicht der einzige mit ner weißen Badekappe sein ;)
Ach, übrigens ich werde beim Schwimmen wie gesagt, eine weiße Badekappe tragen und auf dem Rad und beim Laufen das IDAA Trikot tragen. Bilder vom Trikot könnt ihr ja bei den Bildern vom Edersee Triathlon sehen.

So, jetzt geht´s ins Bett. Morgen heißt es um 5 Uhr aufstehen.
Good night!!!

Swim Night

Am Dienstag stand die letzte Swim Night vor dem Ironman auf dem Programm.
Diesmal waren meine Eltern mit (meine Mutter wollte mal wieder ihrer Fotoleidenschaft fröhnen) und Björn war mit Robin auch am See.
Das erste positive am See war, daß der IM anscheinend nicht vergessen wurde. Die Zuschauerbrücke und die Tribüne waren schon aufgebaut.
Für mich ging es einfach darum, noch mal ein bißchen im Neo zu schwimmen, aber bloß nicht zuviel, deswegen hab ich´s bei einer Runde belassen.
Hier ein paar Bilder, die meine Mutter am Dienstag gemacht hat.

5 days to go

Hallo Freunde,
die letzten Vorbereitungen werden getroffen. Bald geht es los.
Gestern war ich nochmal beim Bike-Dealer meines Vertrauens und hab mir nen paar Kniffe erklären lassen, wie ich mir im Notfall weiter helfen kann, wenn mal ein Schaltzug reißt oder Ähnliches.
Heute gab´s noch die 12 mm Wettkampffrisur.
Nach dem Mittagessen werden noch die Räder auf Vordermann gebracht, ja, die Räder, Merle und Manni sollen ja nicht beim supporten mit halb kaputten Rädern durch die Gegend fahren.
Apropo Support. Falls es jemand noch nicht mitbekommen hat. Merle organisiert so ein bißchen das ganze drum herum. Falls ihr also an die Strecke kommen wollt und nicht so richtig wisst wohin oder wo die anderen stehen, wendet euch einfach vertrauensvoll an Merle.
Heute abend steht noch die letzte SwimNight auf dem Programm. Björn will heut mal mit seiner Family zum See kommen und meine Mutter wird mit ihrer Kamera bewaffnet ein paar schöne Bilder von nem Haufen Leuten in schwarzen Neos machen.
Genießt den schönen Tag!
Tschüß
André

PS: Die Ironmanseite vom HR ist online. Dort gibt´s eine schöne Hintergrundinfos und Anektoden zum Ironman. Lesenswert!